Fed-Strategie lässt Margen der Banken purzeln

Laut Analysten werde die jüngst angekündigte Nachricht der Federal Reserve, ihre Nullzinspolitik bis mindestens Ende 2014 aufrecht zu erhalten, zu deutlich sinkenden Gewinnen im amerikanischen Bankensektor führen. Die Aufrechterhaltung der Nullzinspolitik der Fed setze die Margen und Gewinne des gesamten Bankensektors unter Druck und werde zu potenziellen Verwerfungen an den Kapitalmärkten führen. Unterdessen blicken die Märkte der Verabschiedung einer dritten Runde der finanziellen Lockerung entgegen.

Obamas Kommentar in seiner Rede an die Nation gehöre zu den absurdesten Aussagen eines US-Politikers in jüngster Zeit

Wie der renommierte Bankanalyst Dick Bove von Rochdale Securities erklärte, werde eine Kombination aus der Ankündigung der Federal Reserve, bis mindestens 2014 nicht ihren Leitzins anzuheben, und dem durch Präsident Barack Obama neu geplanten Programm zur Refinanzierung von Hypotheken zu deutlichen Gewinnrückgängen unter den US-Banken führen. Wenn irgendjemand darauf aus sei, dass die Banken endlich wieder Kredite vergäben, dann müsse man ihnen auch erlauben, Geld zu verdienen, wie Bove gegenüber cnbc.com ausführte. Die US-Regierung scheine jedoch an allen anderen Dingen interessiert zu sein, nur nicht daran. Diese Regierung verfolge den Plan, die Gewinne der Banken zu limitieren oder gar zu reduzieren, weshalb sich der gesamte Sektor nicht derart entwickeln könne, wie es notwendig wäre, um die vor sich hin dümpelnde Wirtschaft zu unterstützen. Laut Bove werde sich die Ankündigung der Fed, ihren Leitzins bis Ende 2014 bei nahe Null Prozent zu belassen, in keiner Weise unterstützend für die Banken auswirken. Die Zinsen seien momentan schon derart niedrig, dass jede Form einer weiteren Reduzierung auch die vereinnahmten Zinsen auf gehaltene Vermögenswerte senke. Die Kosten des Bankensektors blieben jedoch dieselben, wodurch die Fed Druck auf die Margen der Institute ausübe. Bove fügte an, dass Obamas jüngster Kommentar in seiner Rede an die Nation, der sich darauf bezog, dass die USA Gesetze verabschiedet hätten, die eine weitere Finanzkrise unmöglich machen werden, zu den absurdesten Statements eines Politikers überhaupt gehörten.

Banken

Die Hybris der US-Regierung, sich vor die Bürger zu stellen, um auszuführen, dass sie alle natürlichen Gesetze der Ökonomie und des Bankensystems aushebeln könne, indem einige neue Gesetze verabschiedet wurden, mache in keiner Weise irgendeinen Sinn, wie Bove erklärte. Auch andere Analysten haben Zweifel an dem jüngsten angekündigten Schritt und der Strategie der Fed, Gerald O’Driscoll, ehemaliger Vizepräsident und ökonomischer Berater der Fed of Dallas, teilte mit, dass er geschockt gewesen sei über den enormen Pessimismus, den der Ausblick im jüngsten Kommentar der Fed enthalten habe. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses wüssten deshalb vielleicht ein wenig mehr als der Rest der Marktteilnehmer. Unterdessen warnte Bill Gross, Betreiber des größten Anleihefonds der Welt bei Pacific Investment Management Company (Pimco), dass die USA unter einer finanziellen Repression leiden werden, falls die Fed sich zu einer zusätzlichen Ausweitung ihres Bondankaufprogramms entscheiden sollte. Eine potenzielle dritte, vierte und fünfte Runde der finanziellen Lockerung seien laut Gross bereits absehbar. Die Fed wird ihren Leitzins wahrscheinlich für die kommenden drei Jahre bei nahe Null Prozent halten, so Gross. Fed-Chef Ben Bernanke hatte im Rahmen der Zinssitzung in der letzten Woche mitgeteilt, dass die US-Zentralbank zusätzliche Bondankäufe erwäge, um das Wachstum in den USA anzukurbeln.